Alle Beiträge von Michael Milde

Michael Milde wurde in Nürnberg geboren und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Bamberg. Der naturwissenschaftlich interessierte Freizeitliterat verknüpft gern wissenschaftliche und historische Fakten mit einer fiktiven Handlung. Die Romantrilogie „Das Fragment” hat den Anspruch, verwoben mit einer Liebesgeschichte und spannenden Thrillerelementen, die Leser auf eine tiefsinnige und sehr informative Reise mitzunehmen. Wichtig ist dem Autor, dass er Interessantes aus Geschichte, Philosophie und Wissenschaft spannend serviert. Diesem Motto ist er auch bei seinem neuesten Projekt „Das Post Scriptum Gottes” treu geblieben. Als wollte er sagen: „Lies' einen Roman, um die Welt bewusster wahrnehmen zu können.” Anthologiebeiträge in verschienenen Genres betrachtet er selbst als kurzweilige Schreibübungen. Wenn sie dann noch beim Leser Gefallen finden - umso besser. Weitere Projekte sind nicht ausgeschlossen.

Im Vorübergehen

Heute ist mir lyrisch zumute. Es reicht nur für ein schlichtes Gedicht vom Ich und Dich.

Im Vorübergehen sah ich dich dort stehen
Sehen – durch die Seele wehen
Näher dir sein, ask ganz nahe
wollt ich, doch die Welt nicht hält
rollt fort und mocht sich weiterdrehen.

Haiku-Kaktus

HAIKU - Momentum japanischer Lyrik

Haiku ist eine japanische dreizeilige Gedichtform. Die erste enthält 5 Silben, rx die zweite 7, die dritte wieder 5. In einer modernen Variante wird häufiger auf die exakte Silbenzahl, zugunsten der Aussage, verzichtet. Wikipedia: Ein Haiku ist eine Momentaufnahme. Es wird genau beobachtet, eine Stimmung zum Ausdruck gebracht. Oft ergibt sich ein Gedankensprung … Da traditionelle Haikus aber mehr der Natur zugewandt sind, ist es eigentlich ein Senry?, welches ich einfach mal ausprobieren musste.


5 sind der Worte
Wandeln sich zur Mystik-7
Doch die erste bleibt.

Seltsam scheinen mir die japanischen Verse. Wie aus Schilf geschnitten. Im festem Muster. Doch so fest der Rahmen die Form auch diktiert. Der Inhalt erhebt sich wie mit Flügeln über die 3 in 5 und 7 und 5. Doch wie fügt sich das in ein Alltagsleben?

Mit 5 erschienen
Die ersten Geschichten mir
Bleiben ein Leben.

Im Alter von 7 Jahren hätte ich sie dann mit krakeligen Kreidestrichen auf meine Schiefertafel malen können. Doch ich mochte die große Fülle noch nicht in wenige Worte fassen.

Erst kreischt die Kreide,
Die Tinte tropft aufs Papier.
Der Geist ist schneller.

Was solls. Welchen Grund gibt es die Welt in Buchstaben zu zwängen? Zu wissen, dass es 1000 Seiten werden sollten, aber man nur Geduld für 1 hat – lässt den Stift schnell sinken.

Nur 24
Gutturale Lettern schwarz
Die Welt ist größer.

Später, nach vielen Jahren Leben, Liebe, Leid und Freud – sowie der Erfindung meines handlichen Laptops ging es dann los. Die kleinen Schreibfenster im Window, im Windloch, verschwiegen mir raffiniert, wieviel schon hinter mir und wieviel noch vor mir steht. Konzentriert glänzt die Gegenwart.

Wie kam sie hierher
Wohin denn will sie gehen
Die Flut im Tropfen.

Nur gestört durch die technisch kalte Meldung: Denken Sie an Ihr Antivirus-Update. Das Böse lauert überall. Los des Fortschritts. Der Warnruf für eine Gefahr, die es ohne Laptop nicht gäbe, poppt das Fantasie-Fenster zu.

Seele flieg davon
Weit über das kalte Land
Trojaner-Check now!

Doch noch etwas anderes ist wichtig, um seine Gedanken auf Papier – seine Tipps (von Tippen) auf Bytes zu bekommen. Die Muse. Egal, ob beim Fernsehen, Kochen oder der Gummibärchenjagd. Sie muss da sein. Wie die Allgegenwart des virtuellen Fensters.

Blond wallendes Haar
Deine Liebe adelt mich
Die Ideen fliegen mir zu

Die Texte werden länger, die Inhalte tiefer. Die Geschichten weiter, die Charakteure vielschichtiger. Selbst die Bösen erhalten liebenswerte Seiten. Die Guten sind es nicht nur. So wird die Welt hinter diesem Fenster immer größer, doch der Ausschnitt lässt nur die Gegenwart durch. Wenn dies im Leben gelingt, spricht man von Meditation. Nur das „Ich bin“, mit Betonung auf „bin“ und Vernachlässigung des „Ich“ und dem ganzen Rest. Fehlt nur das Window für den Geist, damit man sich nicht durch das Leben geprügelt fühlt aus Schuld und Leid der Vergangenheit und Angst vor der Zukunft. Vielleicht statt dessen Freud von früher und Hoffnung auf später. Oder eben freies „bin“.

Doch die Geschichten
des Lebens unmittelbar
schreiben Gedanken.

Das hieße im Umkehrschluß, dass ein Allinclusive-Lebenszeit-Urlaub im Elfenbeinturm der Weisheit völlig sinnlos wäre. Nicht eine Zeile würde treffen. Nicht ein Gedanke die Menschen bewegen. Dies würde bedeuten, wichtige Worte sollten den Menschen im Leben abholen, um ihn hierhin und dorthin zu führen. Aber was weiß ich schon?

Wissen weckt den Geist.
Der fliegt auf zu den Sternen.
Die Seele er-lebt.

Irgendwann werde ich den Stift aus der Hand, den Laptop von den Knien, den Geist von den Gedanken nehmen. Was bleibt? Steht mir der Sinn nach Unsterblichkeit? Vielleicht überlebt ein Text den Verfasser, vielleicht eine Zeile den Schreiber oder auch nur ein Wort dass bedeutungsvoll formuliert wurde. Vielleicht überleben mich auch nur die Moleküle, der Kohlenstoff in meinen Proteinen, der Abdruck im Kalkstein nach Jahrmillionen. Was solls! Wohin geht die Flamme einer Kerze, wenn sie verlischt. Glimmt sie weiter hinter den Augenlidern der Betrachter? Oder hat sie hinterher vorher nie existiert?

Glut im Ofen glüht
Das All schöpft Atome neu
Ich frage warum.

Mir scheint, unser kleines Leben ist gleich einem Keuschheitsgürtel, der uns von den süßen Geheimnissen fernhält, bis wir … doch dies produziert sicher nur der rote Wein, der über Lippen, Zunge, Rachen und Adern, bis in die Bytewindungen unter dem immer weißer werdenden Haar geschlichen ist.

Warum nur, warum?
Nach Antwort sucht ein Leben.
„Jetzt“ hab ichs entdeckt.

Egal. Es scheint mir egal. Manchmal blicke ich in die Tiefen und in die Höhen. Doch manchmal nur durch mein Windloch ins „Jetzt“.

Ich glaub mir kein Wort.
Keine Letter bindet was.
Fabuliere weiter.

(Bildnachweis: © photoflow - Fotolia.com)

Das Lektorat

Lektorieren = intensive Auseinandersetzung

Wie lefft’n des mit deinem Buch?

Weißt du, das wird gerade lektoriert?

Was?

Es wird professionell überarbeitet.

Torpediert?

(lacht)

Jongliert?

Lektoriert.

Aha (guckt wissend)

Dann hast du Fehler neigschrieb’n

Ein paar kommen immer vor.

Wie damals in der Schule?

Mein Gott, Fehler zu machen ist menschlich.

Ja aber doch nicht für einen Autoren, der einen guten Roman schreiben will.

 

Mein lieber Freund; lektorieren heißt Fehler ausbessern, an Formulierungen feilen und den Roman flüssiger und spannender zu machen.

Warum denn nicht?

Weil, was schreiben das Fehler hat, schlecht formuliert ist, wenig spannend und langweilig ist – das könnt ich auch.

Guter Mann, ich gehe davon aus, dass das Manuskript schon jetzt ausreichend Potenzial hat, sonst würde mein Lektor es gar nicht anfassen.

Ned ? – äh doch?

Wie?

So eine 4er-Potenz

Hoch 4?

Kannst du dich nicht mehr an deine Schulzeit erinnern?

Doch.

Ausreichend ist doch ein Vierer.

Ach so meinst du das.

Jetzt schreibt der aus Jux und Dollerei immer noch Aufsätze und weiß nicht was das heißt, wenn sein Lehrtor ihm nur ausreichend gibt.

Von mir aus auch so eine 4er-Potenz (schüttelt den Kopf).

Hehe …

warum lachst du jetzt?

Die 4 ist die 2 des kleinen Mannes haben wir damals immer gesagt, weißt des noch? hehe

Natürlich, aber das ist mit dem „ausreichendem Potenzial“ gar nicht gemeint.

Sondern? (verblüfft)

Dass der Roman gute Anlagen hat. Man muss nur an diesem oder jenem Satz noch etwas feilen.

Und die Feile ist ein dicker fetter Rotstift? (Schadenfreude)

Die Farbe ist doch egal

Hat der viel zum Anstreichen gehabt?

Mein Manuskript war nicht perfekt, wenn du das meinst.

Hat der deinen Blödsinn entdeckt und rausgestrichen.

Da, wo ich unglücklich formuliert habe, sicher.

Was denn zum Beispiel?

(guckt argwöhnisch)

Nur damit ich es mir vorstellen kann.

Eine erotische Begegnung gegen Ende, als sich die beiden Protagonisten näher gekommen sind.

Das denk ich mir, dass du mit den Prontoschweinen zu wild gesuhlt hast. Gell? (stößt ihm auffordernd in die Seite)

Was redest du da? Das heißt Protagonisten, das sind die Hauptakteure. Die wichtigsten Menschen im Roman. Um die dreht sich alles.

Und dann hat sich um die Prontogonisten alles gedreht? Du bist mir einer. Das kann so ein Lehrertor natürlich nicht durchgehen lassen. Kannst du mir die Szene mal lesen lassen? Vielleicht habe ich ja eine gute Idee, wie es besser geht.

(guckt kritisch)

Warum guckst jetzt so. Ich habe auch meine … ähm … sensiblen Seiten.

Ich glaube, ohne die detaillierte technische Schilderung, die ich vorher drin hatte, hat die Szene jetzt deutlich mehr Emotion.

Technik, dir fehlt die richtige Technik!

Nein, es war eben zu viel Technik.

Quatsch, du hast ja gar keine Ahnung. Für so ein Zeug muss man einfach den richtigen Dreh raus haben.

Und den hast du?

Klar.

Was macht dich da so kompetent?

Potetent? (blickt schüchtern zu Boden)

Ach so. Du glaubst also, wenn du nach dem Spätfilm statt auf den Ausschalter aus Versehen auf das Programm einschlägiger Privatsender kommst, reicht das?

Ich hab da von uns beiden sicher mehr drauf, als du, der seine einschlägigen Erfahrungen aus dem Bio-Buch der sechsten Klasse hat.

Aber nein. Man ist ja nicht nur Mensch, man ist ja auch Mann.

Tschuldigung. Auch aus dem Reli-Unterricht.

Auf die Zeit vor meiner Frau will ich gar nicht anspielen …

Deine Fernglaszeit?

(Verträumt) Ich war ein richtiger Schlimmling. Das wirst du mir zwar nicht glauben, aber das war so.

Glaub ich auch nicht, aber was hat denn deine Frau das letzte Mal gesagt, als du … sagen wir mal … eine Buchszene durchprobieren wolltest.

„Schlaf lieber, des ist ned gut für dein Herz“.

Deine Szene im Buch hätt ich als Lehrterror auch gestrichen. Weils langweilig ist, wenn die Prontopornisten nach deiner gesegneten Erfahrung nur rumschnarchen.

Tu mir einen Gefallen: Wenn du was auf deinem Niveau lesen willst, kauf dir den Blähboi.

Den mit den nackerden Mädels? Warum?

Weil den doch jeder nur wegen der intellektuellen Interviews kauft.

(MARSCHIERT OHNE GRUSS ZUM KIOSK)

(Bildnachweis: © Кирилл Рыжов - Fotolia.com)

Gott und die Welt

– Was schreibst‘ denn grad?

Ach, über Gott und die Welt

– Ein weites Feld.

Du sagst es.

– Und das klingt so fülosofisch.

Da sprichst du ein großes Wort gelassen aus.

– Was soll ich denn sonst tun?

Ja, nachdenken.

– Was, nachdenken?

Ja, tief nachdenken.

– (macht ein grüblerisches Gesicht)

(schaut ihn interessiert an)

– (presst die Lippen noch zusammen, als würde er beim Nachdenken die Luft anhalten müssen)

Und?

– (Lässt erschöpft die Luft entweichen) Und was?

Was ist dir durch den Sinn geflattert?

– Mir?

Ja natürlich dir. Du hast doch nachgedacht.

– Über was?

(schüttelt den Kopf) Das weiß ich doch nicht. Das musst du doch wissen.

– An nix weiter.

Aber du hast doch angestrengt nachgedacht?

– Woran hätt ich denn merken müssen, wenn mir was einfällt?

(Sinniert kurz) An der Idee, die dir kommt.

– Aha! (schließt wieder die Augen und presst die Lippen aufeinander)

Und?

– Gott und die Welt?

Ja?

– Ein weites Feld?

Was genau?

– Ich müsst wieder mal …

Ja, was?

– Ich müsst mir wieder mal …

Gell, da kommt man auf verborgene Wahrheiten?

– Scho lang wieder mal …

Das sind erhebende meditative Tiefen, die man da erleben kann.

– Genau, denn ich müsst mir …

Ja, was denn?

– … wieder mal einen Horrorfilm anschaun, so dunkel wie des jetzt ist.

Was?

– So richtig grauselig.

So richtig Kulturbanause.

-Da muss ich nix lesen und zur Kultur gibts dann noch ein Viertele.

Ich fass es nicht.

– Hat die Videothek noch offen?

Geh ganz schnell nachschaun, (dann leiser) dass du endlich hier verschwindest.

– Kommst net mit, zum fülosofieren?

(schüttelt den Kopf) So schwere Gedanken verkrafte ich nicht.

– Des weite Feld ist halt nur was für echte Männer (und presst die Lippen wieder aufeinander)

GEHT SCHNELL IN DIE ANDERE RICHTUNG

Der Verlach

Ich hab jetzt einen Verlach für mein Buch.
-Ein Verlach für dein Buch?
Ja. Wunderbar, nicht?
-Ist das ein Vorteil?
(verwundert) Natürlich, der Verlach verlecht.

V wie Verlaach

-Dein Buch?
Ja.
-Und dafür gibts Geld?
Aber ja doch.
-Das könnte ich doch auch.
Was?
-verlechen.
Aber du hast doch gar keinen Namen.
-Natürlich habe ich einen Namen. Du weiß doch wie ich heiße.
Ja aber keinen bekannten Verlechernamen.
-Ach, nur wenn ich einen bekannten Namen habe ist mein verlechen mehr Wert als so?
Genau, weil dann mehr darauf achten und das Buch lesen wollen.
-Und dann stehst du ganz schön deppert da, wenn einer kommt und du mußt sagen: Sorry, Buch ist verlecht, aber von ’nem berühmten Namen.
Wieso deppert? Dann bin ich stolz!
-Magst du nicht, dass dein Buch auch gelesen wird?
Aber ja doch.
– (Murmelt vor sich hin) Merkwürdig, des Autorengetue
(lacht) Ich glaube, du weißt nicht, was ein Verlach macht.
-Natürlich weiß ich das.
Woher denn?
-Na von dir.
Und was macht der?
-Der Verlach verlecht.
Und was heißt das?
-(grübelt)
Na?
-net verschmeißen?
Nein, nicht verschm…wegtun. Sondern Korrigieren, Lektorieren, Umschlaggestaltung, Absatz- und Umbruchkontrolle, Druck, Vertrieb, Abrechnung und noch viel mehr.
-und des heißt verlechen?
(stolz) Ja.
-Mein Frau werde ich das nächste mal was erzählen, wenn sie mir vorwirft, ich hätte wieder mal was verlecht. Die wird sich umschaun, was das für eine Sauärbäit ist.
Und der Verlach, der kümmert sich dann. Veranstaltet Werbung und Lesungen. Bringt die Bücher zur Buchmesse. Je bekannter der Namen, desto besser für den Autor.
– Geil. Und wie heißt jetzt dein Verlach?
Der Wunderwaldverlach
-Was?
Ja.
-Erzähl nix.
Doch.
-Ja sowas.
Klasse was
-Super
Spitze
-Wie heißt der nochmal?
Wunderwaldverlach
-Der aus der Zeitung?
Ja
-Der aus dem Fernsehen?
Natürlich
-Der von der Buchmesse?
Richtig
-Der mit den vielen Bestsellern?
Künftige, genau.
-Der Wunderwaldverlach
Jou
-Kenn ich net.
(brummig) Dir wär ja auch die Bildzeitung zu schwer.
-Warum?
Wegen der großen Buchstaben.
-Ach so.

ES FOLGT SCHWEIGEN.

(Bildnachweis: © Chlorophylle - Fotolia.com)

Blogger unter sich

-Was habe ich da gehört? Noch’n blog? Wozu das gut sein soll?
Um den Fortgang meines neuen Buches zu dokumentieren …
-noch ’n Buch?
Ja, und zwar ist es spannend, emotionell, philosophisch …
-und es ist aus Schokolade und man kann damit spielen. Sowas gibt es schon. ’n Ei.
Nein, kein Ei, sondern es geht insbesondere um ein Tagebuch …

Blog - das Überraschungsei zum Spielen und zum Naschen

-ach, so ne Art blog?
Ein ganz besonderes Tagebuch, es ist nämlich schon alt …
-also ein neuer blog über einen alten blog
Ich glaub nicht, dass man das so bezeichnen kann. Es ist eher …
-und was ist mit der Schokolode? Hoffentlich noch nicht verfallen.
Keine Schokolade! (entrüstet)
-warum dann der blog?
Wegen einem Roman, in dem es um die Entwicklung eines Womenizers geht, der zu sich selbst und zu einer achtungsvollen Beziehung zu den Frauen, insbesonders einer gewissen Isabella, findet.
-wegen eines Romanes (oberlehrerhaft)
hä?
-wie kann ein Womenizer erotische Stimmung aufkommen lassen, wenn der Genitiv verlustig ist
hä?
-wenigstens spannend?
Ja, ungeheuer. Ein Reporter soll eine mysteriöse Erbschaft erkunden …
-Einzelheiten langweilen mich. Gibt’s pengpeng?
Ja, der Verlauf der Geschichte ist sehr mitreißend angelegt …
-Erotik?
Hier kann ich berichten, dass die beiden Protagonisten, Tom und Isabella, zwei völlig gegensätzliche Menschen, die Anfangs nur platte Vorurteile für sich hegten …
-Was denn noch alles. Gibt’s wenigstens bängbäng?
Sag ich nicht! (aufkeimende Wut)
-Aha. Kurzer Rock und nix drunter, bei der Haupttussi.
Banause.
-Jajajaja … hab verstanden. Frage ich halt nach der Fülosofiiii.
Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie diese Frage stellen. Denn es ist das Markenzeichen der Geschichte, dass gleich mehrere rote Fäden, parallel, aber auch verschlungen, verlaufen. In einem spannend gehaltenen Rahmen mit unvorhergesehenen Verläufen, erlebt sich der sehr spontane und impulsive Tom in einer Herausforderung, für die er keine Erfahrungs- und Vergleichswerte hat. Sein Erleben entspricht sozusagen nicht mehr seiner bekannten und üblichen Definitionsmenge. Das treibt ihn …
-geht’s nicht kürzer? Sonst könnte ich ja gleich das Buch lesen.
Kürzer? Werter Herr, kompakte Qualität zum Beispiel bei einer Darstellung des Themas ‚Liebe‘ darf nicht weiter minimiert werden, sonst leidet dieselbige.
-(verträumt) Jaja, Liebe und Leid, das doppelte L. Ich hab das mit der Fülosofiiii begriffen.
(schüttelt den Kopf)
-pengpeng, LL, bängbäng. fertich.
(vergräbt sein Gesicht in den Händen)
-Geile Geschichte. Alles dran. Werde sie weiterempfehlen.
(guckt vorsichtig auf)
-wenn ich jemanden treff, der sowas mag.
(verzweifelt)
-von mir aus könnten Sie das Überflüssige weglassen.
(vorsichtig) Wie könnte ein Thema wie dieses denn Ihrer Meinung nach aussehen?
-(versucht intellektuell zu gucken)
Lassen Sie sich nur Zeit. Ein vielschichtiger Plot will mit Bedacht gestaltet sein.
-Könnte Isabella auch Schantall heißen?
Wie meinen?
-Dann könnte der Titel heißen: ‚Der heiße Blog der Bängbäng-Schantall‘

HIER ENDET DAS GESPRÄCH PLÖTZLICH AUS UNBEKANNTEM GRUND.

(Bildnachweis: © drubig-photo - Fotolia.com)